Ehe

Die katholische Kirche versteht die Ehe als eine lebenslange Gemeinschaft von Mann und Frau. Diese durch das sakramentale Handlung geheiligte Verbindung folgt dem alttestamentlichen Aufruf Gottes aus dem ersten Buch der Bibel, dem Buch Genesis, in dem es heißt: Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und hängt seiner Frau an und sie werden ein Fleisch (Gen 2,24).

Zugleich ist sie auch eine sichtbare Verwirklichung der Liebe Gottes zu uns Menschen, einer Liebe, zu der uns Gott selbst befähigt hatte. Diese Liebe hat uns Gott am deutlichsten in seinem Sohn Jesus Christus, in seinem Leben für uns, in seinem Sterben und seiner Auferstehung geoffenbart. Somit ist die Liebe der Eheleute zugleich ein Abbild der Liebe Christi zu seiner Kirche.

Die Ehe unter Getauften ist ein Sakrament, das sich die Eheleute selbst spenden, wenn sie vor dem zuständigen Pfarrer und zwei Zeugen (die katholische Eheschließungsform) diesen lebenslangen Bund miteinander schließen. Der Ritus der Eheschließung wird Trauung genannt. Den gemeinsamen Weg der Ehe gehen die Verheirateten in guten und schlechten Tagen, wie der Trauspruch das besagt und im christlichen Bewusstsein, dass Jesus, der Garant der sakramentalen Verbindung in ihrem Bunde immer zugegen ist. Da der Ehebund eine lebenslange Gemeinschaft und damit unauflöslich ist, kennt die katholische Kirche keine Ehescheidung. Allerdings ist es möglich, dass eine Ehe aus bestimmten Gründen annulliert wird.